Die meisten Arztpraxen in der Region sind nur Pseudo-Barrierefrei

Pseudo-Barrierefrei ist ein neuartiger Begriff in der Lobby dem behinderten Menschen, und bedeutet, dass zwar die Barrierefreiheit der DIN-Norm entspricht, aber tatsächlich für körperlich Eingeschränkte, Blinde oder Gehörlosen Menschen oft nicht bzw. mit Einschränkungen brauchbar ist.

Mir fällt auf, ich komme zwar,   mit meinem Rollstuhl, ohne Probleme in fast allen Arztpraxen bis ins Behandlungszimmer, aber da endet oft schon die Barrierefreiheit, weil ich vor einer Liege stehe, die 90 cm und mehr hoch ist. Wo ein Rollstuhlfahrer kaum eine Chance hat selbständig auf die Liege zu kommen, da diese nicht höhenverstellbar ist. Rollstühle haben eine Sitzhöhe von ca. 50 cm, der Transfer von diesen, auf eine Liege erfolgt oft über ein sogenanntes Rutschbrett, dazu ist es aber nötig, dass die Liege auf gleicher Höhe ist. Ansonsten ist die Muskelkraft des Personals oder Begleitpersonen notwendig. Oft kann eine ordnungsgemäße Behandlung nicht durchgeführt werden. Es gibt eine einfache Lösung, höhenverstellbare Liegen. Für die Behandlung sind diese auch für die Ärzte und dem Personal eine Entlastung. Eine feste Liege kann zu tief aber auch zu hoch sein. Auch ältere Patienten, die nicht mehr so gelenkig sind, sollte es möglich sein, dass individuell die Liege einzustellen ist.

Ich persönlich, der nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch noch Kleinwüchsig ist, kann die sonst sehr gute ausgestattete Arztpraxen gerade in Lauchringen und Umgebung nur für eine Beratung nutzen, für eine intensive Behandlung muss ich in die Uniklinik nach Freiburg., Deshalb sollte bereits bei der Planung nicht nur auf die DIN-Norm geachtet wird, sondern auf die Bedürfnisse der Betroffenen. Gerade in der Radiologie (z.B Röntgen), kostet es viel Geld nachträglich umzubauen, „es ist technisch oder bauartbedingt nicht möglich“, ist in der heutigen Zeit keine Argumentation mehr.

Das in den meisten Praxen nicht für Blinden und Gehörlosen Menschen ausgerüstet ist möchte ich an dieser Stelle außer Betracht lassen. Das Bedürfnis der behinderten Menschen ist soviel wie möglich ohne fremde Hilfe zu bewältigen, dies kann aber nur gelingen wenn dies mit den einfachsten Mittel die Möglichkeit geschaffen wird und nicht an der falschen Stelle gespart wird. Zu dem sollte nicht für, sondern mit den betroffenen Menschen geplant werden.

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